Gutartige Prostata-vergrösserung (BPS)

Das benigne Prostatasyndrom (BPS) ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Die Erkrankung wird zumeist durch Probleme beim Wasserlassen erkannt. Es kann sich dadurch Restharn bilden, der den Harntrakt schädigt und zu Infektionen führen kann.

In Deutschland leiden etwa zehn Millionen Männer unter dieser Erkrankung, von denen sich jährlich über 60.000 einer Operation unterziehen müssen.

Eine Operation wird dann notwendig, wenn die medikamentöse Therapie keine Besserung bewirkt, der Patient eine medikamentöse Behandlung ablehnt oder starke Begleiterscheinungen, wie wiederholter Harnverhalt, Niereninsuffizienz, Blasensteine, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder wiederkehrendes vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen im Urin (Hämaturie) auftreten..
Insgesamt haben sich drei operative Behandlungen des BPS durchgesetzt, wobei sich die Entfernung der Vorsteherdrüse durch die Harnröhre (transurethrale Elektroresektion/TUR), und die offene Prostataentfernung (Prostatektomie), als traditionelle Verfahren bereits seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts etabliert haben. Zusätzlich hat in den letzten Jahren die endoskopische Behandlung mittels Laser an Bedeutung gewonnen.

Bei der TUR wird erkranktes Gewebe aus der Harnblase und Prostata durch die Harnröhre abgetragen. Die offene Prostataentfernung über einen Bauchschnitt wird dann ausgeführt, wenn die Vorsteherdrüse so groß geworden ist (in der Regel über 100 ml Volumen), dass eine Entfernung durch die Harnröhre nicht mehr möglich ist. Beide sind effektive chirurgische Therapieverfahren mit einer niedrigen Komplikationsrate. Weniger als 2 Prozent der bei uns operierten Patienten benötigen eine Bluttransfusion.

Seit Anfang2008 setzen wir außerdem das Verfahren der Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP) zur operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung ein. Bei diesem endoskopischen Eingriff wird das überflüssige Gewebe fast blutungsfrei mit der Spitze des Holmium-Lasers durch die Harnröhre abgetragen. Der große Vorteil der HoLEP im Vergleich zu konkurrierenden modernen Methoden, wie beispielsweise dem Greenlight-Laser und der Mikrowellen- oder Radiofrequenzablation etc., liegt darin, dass die entfernten Prostatagewebsteile anschließend vom Pathologen mikroskopisch untersucht werden können. So wird sichergestellt, dass auch versteckte bösartige Tumoren in der Prostata entdeckt werden.

Im Vergleich zu den traditionellen Methoden führt der Einsatz der HoLEP durch höhere Effektivität und eine geringere Komplikationsrate zu einem verkürzten Krankenhausaufenthalt von nur drei bis vier Tagen.

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