Ballondilatation und Stentimplantation in Herzkranzgefäße
Die Aufweitung von Herzkranarterien (PTCA)
Wenn bei Ihnen eine Katheterbehadlung zur Beseitigung einer Herzkranzgefäßverengung
in Betracht kommt, wird diese in der Regel im Anschluß an die diagnostische Herzkatheteruntersuchung durchgeführt, ggf. wird aber auch in gesondertem Eingriff vorgegangen. Wenn die Aufweitung in gleicher Sitzung vorgenommen werden kann, so verlängert sich die anschließende Liegezeit auf mindestens 6 Stunden, da mehr blutverdünnende Medikamente gegeben werden müssen und die verwendeten Katheter einen etwas größeren Kaliber als bei der rein diagnostischen Untersuchung besitzen.
Technik
Die Kranzarterien werden nochmals in üblicher Weise dargestellt. Dann wird ein Führungskatheter in den Anfangsteil der Herzkranzarterie eingelegt. Durch diesen wird dann ein biegsamer und sehr feiner Draht bis hinter die Engstelle des Kranzgefässes vorgeschoben. Über diesen wird wie auf einer Schiene gleitend dann der Ballonkatheter vorgeschoben und der Ballon in der Einengung mittels einer unter hohem Druck eingebrachten Kontrastmittelmischung entfaltet. Durch die Überdehnung des Gefäßes an dieser Stelle sowie das Abpressen von Cholesterin- und Kalkablagerungen in die Gefäßwand wird die Verengung beseitigt.
Bei etwa 70% der Patienten implantieren wir ein oder mehrere Gefäßstützen (medizinisch Stents), um das Ergebnis und den Langzeiterfolg zu verbessern. Dies ist allerdings immer eine Einzelfallentscheidung und nicht immer notwendig und sinnvoll.

Zu dieser Abb.: PTCA 1) Draht durch Engstelle 2) Ballon entfaltet 3) Stent auf Ballon eingebracht 4) entfalteteter Stent plaziert - heilt binnen 4 Wochen ein
Mögliche Komplikationen
In etwa 1-2% aller Fälle kann es an der Punktionsstelle zu lokalen Komplikationen wie einem größeren Bluterguß, einer Gefäßerweiterung (med. Aneurysma spurium) oder einer sog. AV-Fistel kommen. In der Regel heilen diese folgenlos ab.
In seltenen Fällen (insgesamt 0,3%) ist allerdings eine chirurgisch-operative Behandlung erforderlich.
Bei bis zu 1% (0,25% in Bad Soden) kann es zum Tod während oder unmittelbar nach PTCA kommen. In der Regel handelt es sich dabei um Patienten mit stark vorgeschädigtem Herzen (z.B. bei akutem Herzinfarkt). Ebenso kann es während des Eingriffs (nach Erfahrungen in Bad Soden allerdings unter 0,1%) zu einer Situation kommen in der eine sofortige Bypass-OP erforderlich wird.
Aus diesem Grunde steht während der Dilatation ein Operationsteam in der Universitätsklinik Frankfurt bereit. Trotz der sicherlich nicht zu vernachlässigenden Risiken des Eingriffs muß festgehalten werden, daß es immer um ein Vielfaches gefährlicher ist, wenn man die Erkrankung nicht behandelt.







